Die Parabel von der Wasserleitung – Paul Misar – Der Blog für deine finanzielle Freiheit und Unabhänigkeit

Die Parabel von der Wasserleitung

Die Parabel von der Wasserleitung.

Die Geschichte spielt Anfang des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen italienischen Dorf, dass ein Problem hat: Der Brunnen ist ausgetrocknet. 

Deshalb bestimmen die Dorfbewohner zwei Männer aus ihrer Mitte, die Tag für Tag mehrmals zu einem weit entfernten Fluss stiefeln sollen, um das begehrte Nass mit Eimern ins Dorf zu tragen. Das hört sich wie ein Knochenjob an und ist auch einer.

Aber er wird sehr gut bezahlt.

Nennen wir diese beiden Wasserträger Pablo und Ricardo. Pablo und Ricardo also stürzen sich mit Feuereifer in diese Arbeit. Sie sind fleißig und redlich, und an ihrem ersten Feierabend ziehen beide Bilanz: Die Füße schmerzen, die Schultern brennen, aber beide haben es auf zehn Touren gebracht. Da Pablo und Ricardo danach bezahlt werden, wie viele Wassereimer sie am Tag herangeschleppt haben, kann sich ihr erster Tageslohn mehr als sehen lassen. Sie sind Spitzenverdiener.

Während Pablo sich zufrieden sein Feierabendweinchen gönnt, kommt Ricardo ins Grübeln: Verflucht, ab jetzt jeden Tag diese Rennerei und diese Schufterei – kann das wirklich die Ultima ratio sein? Es muss eine andere Möglichkeit geben!

Mit diesem Gedanken haut er sich aufs Ohr – und im Traum kommt ihm dann wahrhaftig die Erleuchtung: eine Wasserleitung! Gebaut vom Fluss direkt ins Dorf! Das ist die Lösung!

Wenn Pablo und Ricardo vielleicht nur acht Touren pro Tag erledigen und die gesparte Zeit plus einen Anteil vom Feierabend dafür nutzen, diese Wasserleitung gemeinsam zu bauen, dann könnte das Projekt in einem Jahr abgeschlossen sein. Dann müssten sie nie wieder schuften und wurden dennoch an jedem Liter Wasser, der ins Dorf gelangt, gut verdienen.

Aber als Ricardo seinem Freund am nächsten Morgen von seiner Top-Idee erzählt, hält sich Pablos Euphorie in Grenzen: »Weniger Eimer heranschaffen, weniger verdienen, aber länger schuften – bist du verrückt? Dieser Job wird doch super bezahlt! Schon in drei Tagen kann ich mir neue Schuhe kaufen; am Ende der Woche dann einen neuen Anzug. In zwei Monaten kann ich mir sogar ein neues Haus leisten. Und vergiss nicht, dass uns sechs Wochen Urlaub im Jahr auf Dorfkosten spendiert werden. Nein, nein, das mit dieser Wasserleitung, das kommt nicht in Frage!«

Ricardo seufzt. Aber was soll er machen?

Ab da arbeiten Pablo und Ricardo zwar jeden Tag gemeinsam, aber sie entwickeln sich getrennt.

Oder besser gesagt: Pablo entwickelt sich gar nicht. Zugegeben, dank seines gut dotierten Jobs führt er ein Leben wie Gott in Frankreich: neue Kleider, tolles Haus, abends »die dicke Hose« im Wirtshaus, wo er Runde um Runde schmeißt. Er hat es ja!

Aber während Pablo ausgelassen seinen wohlverdienten Feierabend und sein Dasein als Liebling der Massen genießt, ackert Ricardo Tag für Tag an seiner Wasserleitung. Und das als Überstundenleistung nach dem harten Arbeitstag, versteht sich. Wobei er zugleich weniger verdient als sein Kumpel, denn er hört ein bisschen früher auf, um sich intensiver mit der Realisierung seiner Vision beschäftigen zu können. Und obwohl er all sein Herzblut in dieses Projekt steckt, sieht man zunächst kaum Fortschritte. Was ihn natürlich zum Gespött macht – bei den Dorfbewohnern ebenso wie bei Pablo.

Wochen und Monate geht das so. Ganz allmählich jedoch verschiebt sich das Bild – und zwar bei beiden Hauptdarstellern unserer Geschichte: Ricardo hat ganz allein immerhin schon die Hälfte seiner Wasserleitung fertig. Ab jetzt kann er sich Tag für Tag die Hälfte des Weges sparen; er ist schneller mit seiner Hauptarbeit fertig und kann sich noch intensiver seinem Projekt »Wasserleitung« hingeben. – Pablo hingegen zahlt langsam, aber sicher den körperlichen Preis für seine Schufterei: Muskeln und Gelenke schmerzen wie die Hölle, sein Rücken wird krumm, sein Arbeitstempo sinkt. Obwohl ihm die Arbeit schwerer und schwerer fällt, schrumpfen in seine Einnahmen, denn er schafft nicht mehr das Pensum von früher. Er, der vorher bei den Ladeninhabern des Dorfes der beste Kunde war, kann sich dort immer seltener sehen lassen – er muss sparen. Und wenn er sich vorstellt, dass er diesen Wasserträgerjob bis an sein gar nicht so seliges Ende machen muss … Oh Gott! Langsam, aber sicher schwant ihm, dass der Posten doch nicht so super ist, wie er anfangs dachte.

Aber das ist längst nicht das Schlimmste …

Denn nach ein paar weiteren Monaten hat es Ricardo endgültig geschafft: Die Wasserleitung vom Fluss ins Dorf ist unter seinen Händen fertig geworden.

Ab jetzt wird die Tätigkeit von Wasserträgern nicht mehr gebraucht. Die Folgen kann man sich unschwer ausmalen: Der weitsichtige Ricardo lässt sich jeden Liter Wasser bezahlen, den seine Leitung ins Dorf führt – zu einem niedrigeren Preis zwar als den, den ein Wasserträger dafür verlangen würde. Aber immer noch deutlich mehr als nichts. Zugleich muss Ricardo ab jetzt genau das tun, um diese Einnahmen laufend zu generieren: nichts. Seine hart erarbeitete Investition hat ihm ein fortwährendes passives Einkommen beschert. Er hat auf ein komfortables Angestellten-After-Work-Leben gepfiffen, Entbehrungen auf sich genommen, eine Vision verfolgt – und kann jetzt die verdiente Ernte einfahren.

Und Pablo? Auch er tut dasselbe: nichts. Gezwungenermaßen.

Denn Wasserträger braucht im Dorf niemand mehr. Also hat man ihn aus den Diensten entlassen. Womit seine Möglichkeit weggebrochen ist, durch aktive Arbeit (also das Prinzip Zeit gegen Geld) seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Gestern war er noch der allseits beliebte Lebemann – heute ist der Bettelmann, dem niemand mehr Beachtung schenkt.

Und während es jetzt an Ricardo ist, schon den Morgen zum Feierabend zu erklären und ein schönes Leben zu genießen, jammert Pablo den Zeiten hinterher, als sein Portmonee noch nicht unter der Schwindsucht gelitten hat. Aber was soll er machen? Er, der früher das halbe Dorf im Wirtshaus auf seine Kosten bei Laune gehalten hat, ist heute heilfroh, wenn sich ein Gast erbarmt und ihn um der alten Zeiten willen ein Glas Wein spendiert.

Ja, dieser Pablo ist zur traurigen Figur geworden. Aber zu seinem Glück ist die Geschichte ja noch nicht zu Ende.

Denn Ricardo ist nicht nachtragend. Ja, er hat sogar eine regelrechte Mission: Er will den ganzen Planeten mit Wasserleitungen eindecken, um sein Vermögen damit noch größer zu machen und zugleich anderen zu helfen, selbst an so ein Vermögen zu kommen. Ich glaube zwar nicht, dass es im 19. Jahrhundert den Begriff »Win-Win-Situation« schon gegeben hat, aber er trifft genau das, was Ricardo als Vision vorschwebt.

Schon recht bald tritt Ricardo auf Pablo zu: »Ich will dich um deine Hilfe bitten, Pablo!«

Doch der ist zunächst misstrauisch: Er, der gestrauchelte Niemand, soll ihm helfen – Ricardo, dem neuen Liebling der Massen und Politiker? Ihm, Ricardo, den alle Welt wegen seiner Weitsicht und seines unternehmerischen Mutes anhimmelt und vergöttert?

Als habe Ricardo Pablos Gedanken lesen können, zerstreut er dessen Bedenken: »Ich meine es wirklich ernst. Ich bin dir nicht böse, dass du mir damals nicht geholfen hast. Schließlich hast du mit deinem Knochenjob genau das gemacht, was uns allen von Kindesbeinen an gesagt worden ist: Schufte nur recht fleißig, dann wirst du den Lohn dafür ernten. Heute weißt du es besser, nicht wahr?«

Mit verzagter Miene ringt sich Pablo ein Nicken ab.

»Aber wie viele Wasserträger mag es da draußen noch geben?«, bohrt Ricardo weiter. »Wie viele Leute geben sich der Illusion hin, dass sie allein durch harte Arbeit auf die Dauer ein auskömmliches Leben führen können?«

Und dann erklärt er seinem alten Freund seine Vision: Er will hinaus in die Welt ziehen und jedem Wasserträger, den er unterwegs trifft, ein Geschäft vorschlagen, das für beide Seiten profitabel ist: Ricardo gibt sein Insiderwissen zum Bau von Wasserleitungen ab – gegen eine kleine Lizenz. Und dieses Insiderwissen ist wirklich enorm und wertvoll, denn da er seine Wasserleitungen allein errichtet hat, weiß im Prinzip nur er, welche Materialien am besten geeignet sind, wo die besten Stellen für Grabungen sind usw. Das Lehrgeld, das er noch zahlen musste, könnten sich die Nutzer seines Wissens sparen. Und die wiederum könnten selbst Wasserleitungen bauen und ihren harten Job als Wasserträger früher oder später an den Nagel hängen. Dennoch würden sie dank des passiven Einkommens über mehr Geld verfügen, als sie durch jede noch so harte Wasserträgerarbeit jemals einstreichen können.

Dieses Konzept, ja, diese Offenbarung – sie löst bei Pablo spontan Begeisterung aus. Und mit neuem Mut macht er sich mit seinem neuen Geschäftspartner Ricardo ans Werk.

Und tatsächlich – bei ihren jahrelangen Streifzügen durch aller Herren Länder begegnen sie unzähligen Wasserträgern, und jedem einzelnen davon stellen sie das Konzept vor.

Doch was ist das?

Albert Einstein ist zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht geboren, aber er wird einmal ein Bonmot prägen, das die Erfahrungen von Pablo und Ricardo treffend auf den Punkt bringt …

Es ist leichter, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil.

Und dieses Vorurteil lautet: »Das klingt ja alles gut und schön, aber es ist garantiert nichts für mich!«

In der Tat bemisst sich die Menge derjenigen Menschen, die die von Ricardo und Pablo angebotene Chance beherzt ergreifen und ihr eigenes Wasserleitung-Business aufbauen wollen, in einem enttäuschenden Promillebereich. So gut wie alle anderen hart arbeitenden Wasserträger kleben an ihrem Job wie ein Zeisig an der Leimrute.

Zur Begründung führen sie das an, was man gemeinhin als gute Gründe durchgehen lässt …

»Ich habe keine Zeit dafür.«

»Ein Freund erzählte mir von einem anderen Freund, der einen Freund hatte, der auch versucht hatte, eine Wasserleitung zu bauen, aber es klappte nicht.«

»Nur wer früh genug mit dem Bau so einer Wasserleitung angefangen hat, kann Geld damit verdienen.«

»Ich habe mein ganzes Leben lang Eimer geschleppt. Ich halte mich an das, was ich kann.«

»Ich kenne Leute, die ihr ganzes Geld bei einem Wasserleitungs-Betrug verloren haben. Das soll mir nicht passieren.«

Ricardo versteht die Welt nicht mehr; Pablo hingegen bringt durchaus Verständnis für diese Chancenverweigerer auf. Hat er früher nicht selbst ähnliche Gedanken im Kopf gehabt, als Ricardo im erstmals sein Projekt vorgestellt hat? Ja, ja, diese verdammte Gehirnwäsche von der Wiege bis zum Grab!

All diese Wasserträger, die die Chance ihres Lebens ausschlugen, wurden von »denen da oben« gezielt darauf getrimmt, gut funktionierende Rädchen im Getriebe zu sein, ihre wertvolle Arbeitskraft bloß nicht in sich selbst zu investieren, sondern sie zu Niedrigstpreisen zu verschleudern, nur, um am Ende mit einem kümmerlichen Almosen namens »staatliche Rente« abgespeist zu werden.

Diese Parabel spielt zwar im 19. Jahrhundert, aber bis heute hat sich an diesen skandalösen Verhältnissen nichts geändert. Findest du nicht auch?

Lassen wir die Geschichte einfach so enden: Ricardo und Pablo haben sich nach sehr, sehr vielen Versuchen zur Ruhe gesetzt. Bei den Leuten, die auf Ihr Angebot eingestiegen sind, haben sie eine wirklich bescheidene Lizenzgebühr verlangt – aber unterm Strich hat auch dieses »Kleingeld« Ihr Bankkonto fast zum Platzen gebracht. Wobei auch die Lizenznehmer von ähnlich erfreulichen Erlebnissen berichten konnten.

 

Und die Moral von der Geschichte – auf dich bezogen?

Zunächst einmal: Glückwunsch, dass du mir auf dem Weg folgen willst, ein richtig, richtig guter Immobilien-Investor zu werden. Denn damit zeigst du, dass du zumindest gewillt bist, aus dem Wasserträger System auszusteigen und dir Geldmaschinen zu bauen.

Wahrscheinlich fängt so gut wie jeder Mensch irgendwann mal damit an, Zeit gegen Geld einzutauschen, also seine Arbeitskraft gegen Verdienst. Die Frage ist nur, wie lange er diesen Wahnsinn mitmacht. Und die meisten, Gott sei’s geklagt, machen ihn sehr, sehr lange mit. Ihr Lebtag lang, um genau zu sein. Sie kommen noch nicht einmal auf die Idee, dieses irrsinnige System zu hinterfragen oder sich vorzustellen, dass es auch anders laufen könnte.

Du bist aus einem anderen Holz geschnitzt. Prima!

Du hast keine Lust mehr, insgesamt 50 bis 60 Jahre deines Lebens mit einer Arbeit zu verbringen, die dir höchstwahrscheinlich kaum Erfüllung bringt, wenn überhaupt. Die du einfach nur machst, um finanziell über die Runden zu kommen.

Nein, du musst nicht gleich alles hinschmeißen. Aber wenn es beruflich gerade gut läuft bei dir, solltest du JETZT damit anfangen, dir parallel zum Angestellten-, Freiberufler- oder Unternehmerdasein deine eigene »Wasserleitung« zu bauen, deine Geldmaschine – in deinem Fall: dein Immobilien-Investment.

Nimm es dir nicht einfach nur vor.

Mach es.

Leg los.

Na, mach schon!

Immobilien gehören zu den langfristigsten »Wasserleitungen«, oder “Geldmaschinen” die du dir vorstellen kannst. Zugegeben, es dauert seine Zeit, bis sich eine vermietete Immobilie für dich rentiert hat. Dann aber spült sie dir Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr eine hübsche Stange Geld aufs Konto. Und einen Gutteil davon solltest du verwenden, um weitere Immobilien zu erwerben und dein Vermögen weiter auszubauen. Sodass du irgendwann mit Stolz auf deinen eigenen Geldmaschinenpark blicken kannst.

Das ist der einzige Weg, um der »Zeit gegen Geld«-Falle zu entgehen und einen wirklich sorglosen Lebensabend anzupeilen.

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