Steuern sparen, das falsche Kaufmotiv – Paul Misar – Der Blog für deine finanzielle Freiheit und Unabhänigkeit
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Steuern sparen, das falsche Kaufmotiv

Ein beliebter Grund für den Kauf von Immobilien sollte für dich tabu sein. Vorausgesetzt, du nicht das gleiche Schicksal erleiden willst wie viele, die von Immobilien keine Ahnung hatten. Nur um Steuern zu sparen, haben die in den 80ern und 90ern in Bauherrenmodelle mit überteuerter Immobilien investiert – nur um der Steuervorteile willen!

Steuern sparen, das falsche Kaufmotiv

Ähnliche Konstellationen werden auch heute noch manchmal angepriesen, meistens unter anderem Namen, da der Markt sensibilisiert ist.

VORSICHT, wenn der steuerliche Aspekt überbetont wird gegenüber Cashflow und Renditeüberlegungen!

Diese Bauherrenmodelle (die ursprünglich an der Universität Köln entwickelt wurden) bezeichnen eine spezielle Form der Kapitalanlage im Wohnungsbau.

Der Anleger war bei diesem Modell nicht der Erwerber der Immobilie; vielmehr trat er als Bauherr auf.

Für zahlreiche Bauherren endete leider dieses Engagement in einem finanziellen Fiasko, da die sogenannten »weichen Kosten« für Konzeption, Prospektierung, Vertrieb, Steuerberatung, Treuhandschaften, Mietgarantie etc. oftmals den Kaufpreis auf 35 bis 100 % erhöht haben.

Nach Ausschöpfung der anfänglichen Steuervorteile und Ablauf der Mietgarantien verblieben erhebliche Kredittilgungskosten, die oftmals nicht mehr bedient werden konnten. Da viele der Verkäufer dieser Immobilien später insolvent wurden, gingen die meisten Schadenersatz- und Rückabwicklungsversuche der geschädigten Bauherren ins Leere.

Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich solltest du jeden Steuervorteil ausnutzen, den Dir der Kauf einer Immobilie verschafft. Vater Staat musst Du wirklich nichts schenken. Aber Du solltest niemals eine Immobilie nur deshalb kaufen, weil Du dadurch bei Deinen staatlichen Abgaben ein paar Euros einsparen kannst. Dieses Vorhaben geht schief.

Ich bringe diese Warnung nicht umsonst an dieser Stelle im Blog unter, denn einige der Prominenten, die Du mitsamt ihrer Immobilien-Pleiten kennen gelernt hast, hatten bei ihrer Entscheidung nicht etwa ein $ im Auge, sondern nur ein großes S. Ein S wie »Steuervorteile«. Das war für viele Rampenlicht-Junkies tatsächlich der einzige Grund, um sich ostdeutsche Schrott-Immobilien unterjubeln zu lassen. Rendite? Egal! Lage und Ausstattung? Auch egal! Steuervorteile? Au, ja!

Ein derart einseitige Sichtweise wird auch dich an die Wand drücken. Diese Denke führt zu irrationalen Entscheidungen. Der beste Schutz gegen diese fatalen Denkfehler: Analysiere ein Immobilienprojekt, und lass dabei ganz bewusst die Steuervorteile außen vor. Ist das Objekt unter diesen Vorzeichen immer noch finanziell interessant für dich? Nein? Dann lass die Finger davon!

 

  • Leon sagt:

    Ein sehr guter Artikel, der vielleicht einige Menschen zum Nachdenken anregen wird.

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